Home>News>
Entspannt besamen
Arbeitssicherheit|17.12.2025

Entspannt besamen

Ohne Stress geht alles besser

Eine Besamung sollte auf jedem Betrieb gut vorbereitet werden.

Jutta Berger (TORO 06/23)

Bald beginnt auf vielen Betrieben die neue Besamungssaison. Für einen reibungslosen Ablauf ist in Laufställen oder bei täglichem Weidegang oft notwendig, dass die Tiere dafür speziell angebunden oder anderweitig fixiert werden. Dies ist meist ein Spagat zwischen praktikabler Lösung und Tierschutz-Aspekten. Wichtig ist schliesslich, dass die Kuh oder das Rind zeitnah abliegen kann sowie Futter und Wasser zur Verfügung hat. Ein zu besamendes Tier sollte deshalb nie länger als nötig fixiert sein. Vor allem wenn vom Betrieb niemand vor Ort sein kann, nachdem eine Besamung angemeldet wurde, kommt es oft zu längeren Wartezeiten für das Tier im Fressgitter oder in einer Liegebox – manchmal mit nicht unerheblichen Risiken für das unbeaufsichtigte, fixierte brünstige Tier, wenn zum Beispiel andere auf es aufreiten.

Es ist im beiderseitigen Interesse, dass eine Besamung möglichst entspannt ablaufen kann.
Bild: Swissgenetics

Mehraufwand

Auf der anderen Seite ist es für den Besamungsdienst in der Regel ein gröberer Aufwand, ein zu besamendes Tier aus der Herde herausfangen zu müssen, um es selbst anzubinden. Besondere zeitliche Mehraufwände werden deshalb als Serviceleistung je nach Dauer und Umfang der Fangversuche mit CHF 5.– bis 10.– in Rechnung gestellt. Das führt zum einen zu höheren Besamungskosten für den Betrieb, zum anderen verliert der Besamungsdienst unnötig Zeit. In der Hochsaison sind die Besamungstechnikerinnen und Besamungstechniker daher unbedingt darauf angewiesen, dass die Tiere entsprechend parat stehen oder schnell zu fixieren sind.

«Wildwest» schadet allen

Rodeoeinlagen während der Einfangversuche kosten den Besamungsdienst aber nicht nur Zeit. Sie sind immer auch kritisch aus dem Aspekt der Arbeitssicherheit. Fremde Tiere in einer fremden Herde auf fremdem Terrain zu fangen, birgt zahlreiche Gefahren. Ein verstauchter Knöchel ist wahrscheinlich noch die harmloseste Folge für den Besamer, eine vergrittete Kuh die schlimmste für den Betrieb. Darüber hinaus werden Tiere, die kurz vor der Besamung Stress haben, schlechter tragend. Denn das Stresshormon Adrenalin mindert den Besamungserfolg erheblich.

Drüber reden

Es ist also im beiderseitigen Interesse, dass eine Besamung möglichst entspannt ablaufen kann: Sie geht schneller, hat höher Erfolgsaussichten und ist sicherer für Mensch und Tier. Wie aber lässt sie sich umsetzen? Es ist offensichtlich, dass es nicht «die eine» Lösung für jede Situation auf allen Betrieben gibt, wie man Kühe für eine Besamung am besten vorbereitet. Ein Gespräch zwischen Kunde und Besamungsdienst hilft sicherlich, eine gute Vorgehensweise zu finden.

Ein Anruf vorab

Den Service eines kurzen Anrufs «In einer halben Stunde bin ich da» bieten alle Besamer ihren Betrieben an. Wichtig ist, dass der Kunde bereits bei der Anmeldung der Besamung hinterlässt, dass er (oder sie) ein solches Telefonat wünscht. Dann kann man in der Zwischenzeit die Kuh stressfrei einsperren. Weder das Tier noch der Besamungsdienst müssen so unnötig warten.

Wichtiges herrichten

Kann niemand vom Betrieb zum Besuch des Besamers im Stall sein und die Kuh muss von diesem fixiert werden, sollte man unbedingt folgende Vorkehrungen vorbereiten:

  • Bei Weidegang die Kuh im Stall lassen – am besten mit Gesellschaft und nicht ganz allein
  • Die Kuh ansonsten von der Herde separieren, z.B. in der Krankenbox
  • Bereits ein Halfter am Kopf der Kuh anlegen
  • Lockfutter bereitstellen, damit die Kuh gern ins Fressgitter geht

Der Besamungsdienst sagt "Danke"

Der Swissgenetics Besamungsdienst dankt allen Kunden für die Unterstützung, damit eine Besamung zügig, gefahrlos und erfolgreich durchgeführt werden kann.

Es ist stets abzuwägen, ob, wie und wie lange eine Kuh vor der Besamung fixiert wird.

Was spricht für das Anbinden meiner zu besamenden Tiere vorab?Was spricht gegen das Anbinden meiner zu besamenden Tiere vorab?
Höhere Arbeitssicherheit für den BesamungsdienstBegrenzter Zugang zu Futter und Wasser
Weniger Stress für alle direkt vor der BesamungStress durch separiertes Warten auf den Besamungsdienst
Schnellere und konzentriertere Besamung, reibungsloser AblaufVerletzungsgefahr des unbeaufsichtigt angebundenen Tiers (Verheddern im Strick etc.)
Kein Servicemehraufwand auf der Rechnung Evt. kein Abliegen möglich
Besserer Besamungserfolg