Home>News>
Ohren der Kühe
Herdenbetreuung|20.11.2025

Ohren der Kühe

Was die Herde hört

Auch die Ohren sind dem natürlichen Lebensraum der Rinder im offenen Grasland angepasst. Sie sind wesentlich empfindlicher als unsere. 

Bild: Swissgenetics / jbg

Höhere Frequenzen

Rinder hören andere Frequenzen. Ihre Hörschwelle (die untere Grenze der Wahrnehmung) liegt höher als beim Menschen. Sie erkennen tiefe Töne also schlechter als wir. Hohe Töne dagegen identifizieren sie deutlich besser. 

Bild: Swissgenetics / sme

Ultraschall

Rinder sind wie Hunde, Katzen und Pferde in der Lage Geräusche im Ultraschallbereich wahrzunehmen, die uns verborgen bleiben. Kurze, hochfrequente Töne in der Natur allerdings oft für Gefahr – was zur Folge hat, dass Rinder manche Geräusche als Alarmsignal werten, die wir gar nicht hören können.

Bild: Swissgenetics / jbg

Hörbare Frequenzen

 Hörvermögen im Bereich vonOptimale Hörfrequenz
Rind23 Hz – 35.000 Hz8.000 Hz
Mensch16 Hz – 18.000 Hz2.000 – 5.000 Hz
Hund15 Hz – 50.000 Hz8.000 Hz
Katze60 Hz – 65.000 Hz 
Pferd60 Hz - 40.000 Hz 

Leise Töne

Auch die Lautstärke von Tönen nehmen Rinder anders wahr als wir. Bei leisen Tönen haben sie sogar ein empfindlicheres Gehör als Pferde, die landläufig als Tiere mit einem sehr sensiblen Hörsinn gelten. 

Bild: www.zweiaufreisen.com

Angst bei Lärm

Unerwarteter Lärm oder neue Geräusche (wie hupende Autos) machen Rindern deshalb grosse Angst. Geräusche, die wir als „laut“ empfinden, liegen bei ihnen schon jenseits der Schmerzgrenze. 

Bild: Swissgenetics / lvt

Laute oder schrille Geräusche

Rinder empfinden laute, klappernde und schrille Geräusche wie zuschlagende Metallgitter oder quietschende Tor-Scharniere als sehr unangenehm. Mit Kunststoffbeschlägen und Schmierfett kann das Leben also erleichtert werden.

Bild: Swissgenetics / jbg

Leises Sprechen

Mit leisem Sprechen kommt man schneller zum Ziel als mit grossem Geschrei. Denn eine tiefe, sonore und leise, menschliche Stimme beruhigt. Auch beim Herantreten an ein Rind gilt: Mit ruhiger Stimme ansprechen. Ohren, die in Richtung des Sprechenden gedreht sind, zeigen, dass der Menschen wahrgenommen wird.

Bild: J. Rechsteiner

Bekannte Klänge

Rinder identifizieren ihre „hofeigenen“ Menschen und Herdengenossen auch über weitere Entfernung am Klang der Stimme. 

Die beste Freundin

Bild: L. Rüttimann

Kühe erkennen ihre Herdengenossinnen am Klang ihrer Stimme.

Das eigene Kalb

Bild: R. Schwart

Insbesondere identifizieren Kühe ihr eigenes Kalb über seine Stimme und seinen Geruch.

Die gewohnten Menschen

Bild: A. Dändliker

Auch die Stimme der Menschen, die sie täglich betreuen, erkennen sie und verstehen immer wiederkehrende Worte.

Die häufigen Besucher

Bild: Swissgenetics / bka

Betriebsfremde Personen, die öfters kommen, erkennen sie am Motorengeräusch des Autos oder der Stimme wieder.

Wiederkehrende Geräusche

Rinder können positive und negative Erfahrungen mit Geräuschen verknüpfen und sich diese für lange Zeit merken.

Futtervorlage

Bild: Swissgenetics / lvt

Kühe lernen sehr schnell die Geräusche, die mit „frischem Futter“ verknüpft sind.

Motorengeräusche

Bild: M. Husistein

Sie erkennen hofeigene Maschinen am Klang des Motors: „Der Bauer kommt zu Besuch“. 

Klauenstand

Bild: Swissgenetics / mbo

Das Klappern des Klauenstands gehört zu den unbeliebteren Geräuschen. Es macht die Herde nervös.

Stallradio

Bild: Swissgenetics / jbg

Ein Stallradio mit dem selben Sender wie „zuhause“ wirkt sich positiv auf einen Umzug in einen neuen Stall aus.