Kuhsignal - Überbelegung
Bildbeschreibung und Interpretation
Viele Kühe stehen hinter einem Fressgitter. Die Plätze sind beschränkt und es stehen nicht genügend Fressplätze für alle Kühe zur Verfügung. Einige Tiere konnten sich keinen Platz am Futtertrog sichern und bekommen damit auch keinen Zugang zum Futter. Die Tiere im Hintergrund scheinen leicht abgemagert zu sein, was erahnen lässt, dass ein solches Szenario bereits öfters aufgetreten sein könnte.
Ursachen
Die Anzahl an Tieren übersteigt die Anzahl Fressplätze und die Platzverhältnisse sind, wie zu erkennen, eng. Der Stall ist überbelegt! Dominante Tiere drängen bei knappen Platzverhältnissen schwächere Artgenossinnen vom Fressgitter und sichern sich ihren Platz, dies gilt es zu verhindern. Solche Situationen verursachen Stress bei rangniederen Tieren, Futterneid und fördern somit die Unruhe im Stall, da sich die Tiere um die knappen Futterplätze streiten. Gleichzeitig verschlechtert sich die Gesundheit der Tiere, die Fruchtbarkeit leidet und die Milchleistungen sinken.
Ziel
Jedes Tier braucht laut der Schweizer Tierschutzverordnung einen eigenen Zugang zur Futtervorlage. Sprich: Ein Tier pro Fressplatz am Gitter. Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass die Tiere genügend Zeit bekommen, um ausreichend Futter aufzunehmen, damit sie gesund bleiben und ihre Leistung erbringen. Ausserdem werden dadurch Konkurrenzsituationen vermieden und gerade bei rangniederen Tieren sinkt der Stresslevel. Die Brunstzeichen in der Herde sind deutlicher.
Massnahmen
Die Anzahl gehaltener Tiere muss an die Anzahl Fressplätze angepasst werden. Im Laufstall kann auch die Anzahl an Liegeboxen als Indikator verwendet werden, da für jedes Tier ebenfalls eine Liegebox vorhanden sein muss.
Bei einer ad Libitum Fütterung (Vorratsfütterung) ohne Selbstfangfressgitter sollte auch für die Kühe in der zweiten Reihe noch ausreichend Futter vorhanden sein, nachdem die ranghöheren Tiere bereits gefressen haben. Mit diesem Fütterungssystem kann daher eine geringe Überbelegung im Stall toleriert werden und ist rechtlich erlaubt. Empfehlenswert ist dieses Vorgehen allerdings nicht oder lediglich als eine Übergangslösung und für kurze Zeit. Denn es fördert das selektive Fressverhalten der dominanten Tiere, senkt das Konkurrenzverhalten nur bedingt und ist daher für die Tiergesundheit keineswegs optimal.
Mindestmasse für Rinderställe in der Schweiz
Wohlbefinden
Stress und Schmerzen hemmen das Brunstverhalten bei Kühen – erkenne Signale und fördere die Fruchtbarkeit.
Haltungssystem
Optimale Haltung fördert Brunstanzeichen bei Kühen – ausreichend Licht, breite Gänge und tiergerechte Ställe verbessern die Fruchtbarkeit.
Rangordnung
Erfahre, wie Herdenstruktur und Rang den Brunstverlauf und die Sichtbarkeit der Brunstsymptome bei Kühen beeinflussen.
Wasserversorgung
Optimale Wasserqualität und -versorgung sind essenziell für gesunde, fruchtbare Kühe, die eine gute Brunst zeigen.
Futtervorlage
Optimale Fütterung für gute Fruchtbarkeit und deutliche Brustzeichen: Tägliches frisches Futter und saubere Futterplätze.
