Knotentechnik zum korrekten Anbinden
Knoten korrekt knüpfen können
Müssen Kühe angebunden werden, darf dadurch kein Risiko entstehen.
Jutta Berger (TORO 04/16)
Wenn eine Ihrer Kühe besamt werden soll, binden Sie diese dann mit einem Seil in einer Liegebox oder an einem anderen Ort fest? Wenn ja, muss Ihr Besamer (sofern «bitte lösen» angekreuzt ist) Ihren Knoten wieder öffnen und das Kopfhalfter abnehmen können. Die Diskussion mit den Besamern anlässlich ihrer Weiterbildung zur Arbeitssicherheit zeigt, dass sich dabei schon mancher schmerzhaft die Finger eingeklemmt hat. Nämlich dann, wenn der Landwirt falsch zugeknotet hat.
Auch unter Zug auf einmal lösen
Entscheidend ist, dass Ihr Knoten und das Strickhalfter im Notfall mit einem Zug aufgehen. Sonst wird es schnell gefährlich, nicht nur für den Besamer. Auf der Viehschau ist es ziemlich peinlich, wenn sich Ihr Knoten in der ersten Viertelstunde von selbst löst und die schönste Kuh aus Ihrem Stall über das Festgelände spaziert. Jeder der mit Kühen arbeitet, sollte deshalb die richtige Knotentechnik kennen. Sicherheitsknoten dürfen sich nämlich nicht auf den Zug der angebundenen Kuh lösen, müssen aber schnell aufgehen, wenn man auch unter Spannung am freien Ende zieht. Beim gängigsten Knoten wird ein «Auge» oder ein «Knüppel» gelegt, um den das lose Ende des Seils geführt wird. Beim Sicherheitsknoten, den zum Beispiel die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) empfiehlt, wird das Seil, das um die Stange/den Balken zum Anbinden gelegt wurde, zunächst unterschlagen. Das verhindert, dass sich die Schlinge bei einer panischen Kuh so festzieht, dass sie nur durch starkes Rucken oder gar nicht mehr lösen lässt. Wie der Knoten richtig angebracht wird, zeigt diese Grafik aus dem FiBL-Merkblatt «Erfolgreiches Rinderhandling: wahrnehmen, verstehen, kommunizieren»:
Auf das richtige Seil achten
Die BUL weist während der Weiterbidung der Besamungstechniker darauf hin, dass das zum Anbinden verwendete Seil auf keinen Fall zu dünn sein sollte. Ziehen sich nämlich dünne Stricke bei unruhigen Tieren zu, schnüren sie schnell die Atemwege ab, ihre Panik verstärkt sich dadurch. Auch schneiden dickere Seile nicht so leicht in die Hände desjenigen ein, der ein störrisches Rind führen oder anbinden möchte.
Seilhalfter müssen schnell aufgehen
Schnell geknotet und auch wieder gut zu lösen ist das Achterhalfter. Bei diesem wird das Seil, das an einem Ende eine Öse oder Schlinge hat, zunächst um den Hals der Kuh gelegt. Dann wird das restliche Seil in die Öse gezogen und dann über die Nase der Kuh gelegt. Das Halfter ist leicht zu lösen, indem man die Schlinge wieder von der Nase nimmt und danach oben am Genick der Kuh am Strick zieht. Mit diesem Halfter sollten die Tiere allerdings nicht über Stunden angebunden sein.
Das korrekte Anbinden
Binden Sie Ihre Tiere richtig an, dann erleichtern Sie unseren Besamern die Arbeit erheblich.
- Tiere nie alleine im Stall, getrennt von der Herde, anbinden. Als Herdentiere fühlen sie sich dabei schutzlos und werden unnötig nervös. Typischer Fall: Alle sind auf der Weide bis auf eine einzige Kuh.
- Am besten mehrere Tiere in einer Reihe zum Beispiel im Fressgitter fixieren. Dann kann die Kuh, die besamt werden soll, weniger hin- und herspringen.
- Tiere mit dem Kopf eher leicht nach oben als gegen unten anbinden. In dieser Position ist die Körperhaltung von Kühen eher defensiv. Ausserdem können sie mit hohem Kopf schlechter mit den Hinterbeinen schlagen.
- Tiere immer mit einfach zu lösenden Halftern und Sicherheitsknoten anbinden. Ihr Besamer zeigt Ihnen gerne, wie das richtig geht.
- Auf Betrieben, in denen die Tiere weniger Kontakt zum Menschen haben (z.B. Mutterkuhherden) spezielle Sicherheitsmassnahmen/Fangeinrichtungen installieren. Nicht nur das Besamen wird dadurch viel sicherer! Ein gutes Beispiel, wie dies leicht umgesetzt werden kann, zeigt das Video.
- Warnhinweise auf den Besamungsauftrags-Kleber schreiben: «Achtung, Tier schlägt» – Dann kann der Besamer besonders vorsichtig ans Tier herantreten oder sich mit einer Trittschutzschürze ausrüsten.
- Unsere Checklisten für die sichere Besamung und zum korrekten Anbinden fassen die wichtigsten Punkte zusammen. Sie könnten als pdf heruntergeladen werden.
Arbeitsunfälle beim Besamen vermeiden
Sicheres Arbeiten beim Besamen erfordert gut markierte Wege, angepasste Stallhaltung und bewusste Vorbereitung, um Unfälle bei Tier und Personal zu vermeiden.
Sichere Besamung
Sicherheit bei der Besamung: Risiken minimieren durch geeignete Ausrüstung, sichere Fixierung der Tiere und bewährte Verfahren für einen sicheren Arbeitsablauf.
Checkliste – sichere Besamung
Persönliche Sicherheitsausrüstung ist essenziell für eine sichere Besamung; eine Checkliste hilft, alle Sicherheitsvorkehrungen zuverlässig einzuhalten.
Checkliste - Das korrekte Anbinden
Richtige Anbindung von Tieren erleichtert die Arbeit der Besamer und sorgt für bessere Ergebnisse; eine Checkliste unterstützt dabei.
