Kuhsignal – Biestmilch tränken
Problematik/Bildaussage
Das frischgeborene Kalb wird mit Biestmilch/Kolostrum aus einer sauberen Flasche mit Nuggi versorgt und liegt in sauberem Stroh.
Was funktioniert (nicht)?
Das Kalb wird kurz nach seiner Geburt mit einer ausreichenden Portion (so viel wie freiwillig getrunken wird, mindestens aber 1L, ideal 2L) Biestmilch versorgt und nimmt diese auch auf.
Ursachen
Kälber kriegen ihre Abwehrstoffe über die Biestmilch und nicht wie menschliche Babys über die Plazenta im Mutterleib. Ihr Darm ist nur in den ersten 24 Stunden für diese lebensnotwendigen Antikörper durchlässig. Das Geburtsmanagement auf diesem Betrieb funktioniert.
Ziel
Jedes Kalb auf Ihrem Betrieb verdient einen guten Start, indem Sie es mit genug Biestmilch versorgen. Es gilt: Früh-oft-viel-frisch und sauber.
Massnahmen
Konkret sollten Sie einem 50 kg Kalb mindestens 2x2 Liter in den ersten 12 Stunden vertränken, verabreicht mit ausgekochtem Nuggi und Flasche. So wird das Immunsystem des Kalbs aufgebaut und der Körper ist gegen viele Krankheitserreger gewappnet. Je mehr kleine Portionen Nahrung/Flüssigkeit ein Kalb aufnehmen darf/kann, desto grösser sind seine Chancen, gesund heranzuwachsen.
Epigenetik
Epigenetische Einflüsse in Trächtigkeit und Aufzucht prägen Stoffwechsel, Gesundheit und Langlebigkeit von Kälbern und können Risiken über Generationen verstärken.
Kälberbedürfnisse
Kälber brauchen mehr als Futter und Milch: Wärme, Frischluft, Sozialkontakt, Beschäftigung und Hygiene fördern Gesundheit und Tierwohl.
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