Konventionelle Embryogewinnung
Die konventionelle Embryogewinnung (Spülung)
Durch eine Embryogewinnung lässt sich die Zahl der Kälber einer überdurchschnittlichen Kuh deutlich steigern.
Optiline macht Lieblingskühe
- Durchschnittlich rund 4 Embryonen
- Trächtigkeitsraten von 60 %
- Kälber mit hohem Marktpotenzial
- Verkürzung des Generationenintervalls
- Funktioniert mit gesextem Samen (seleXYon)
Prinzip «Leihmutterschaft»
Das Prinzip hinter der Embryogewinnung und dem Embryotransfer ist die Leihmutterschaft: Das wertvolle Tier wird mit Hormonen stimuliert. Es reifen deshalb in der Brunst mehr als nur eine einzige Eizelle heran. Sie werden mit einer normalen Besamung befruchtet. Nach einer Woche spült man die Embryonen, die daraus resultieren, unblutig aus der Gebärmutter und überträgt sie auf züchterisch weniger interessante Empfänger.
Auswahl der Spenderin
Neben den züchterischen Kriterien, die eine Spenderin auszeichnen, muss sie gynäkologisch 100 %ig gesund sein und andere allgemeinmedizinische Voraussetzungen erfüllen.
Kriterien bei Kühen
- Gesundes Tier
- Deutliche Brunstsymptome
- Regelmässige Brunstzyklen nach dem Abkalben
- Gesunde, rückgebildete Gebärmutter
- Stabiler Stoffwechsel
- Gute Klauengesundheit
Kriterien bei Rindern
- Gesundes Tier
- Gute körperliche Entwicklung
- Deutliche Brunstsymptome
- Regelmässige Brunstzyklen, mindestens zwei mit 21 Tagen
- Abgeschlossene Pubertät
- Funktionsfähige Eierstöcke
Voruntersuchung
Die Embryotransfer-Tierärzte untersuchen eine Spenderin sorgfältig, bevor gestartet wird. Sie machen eine allgemeine und eine spezielle gynäkologische Untersuchung. Insbesondere die Funktion der Eierstöcke und die Gesundheit der Gebärmutter wird geprüft. Nur gesunde Tiere kommen als Spenderin in Frage.
Deutlicher Gelbkörper
Ein funktionsfähiger Gelbkörper, der Progesteron bildet, ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Superovulation. Er kann manuell ertastet oder im Ultraschallbild dargestellt werden.
Anzahl Follikel
Ein Ultraschallgerät kann bereits kleine Follikel auf den Eierstöcken sichtbar machen. Diese Bläschen können bei der Superovulations-Behandlung stimuliert werden. Etwas pauschal gilt: Je mehr Bläschen, umso besser könnte der Spülerfolg sein.
Gesunde Gebärmutter
Eine zurückgebildete, gesunde Gebärmutter ist wichtig fürs Überleben der Spermien und somit die Befruchtung der Eizellen. Sonst hat man manchmal zwar viele, aber nur unbefruchtete Eizellen. Man muss eine Gebärmutterentzündung ausschliessen.
Vorbereitung Spenderkuh
Die hormonelle Stimulierung erfolgt heute in der Regel mit einem Präparat, das FSH enthält. Es wird der Spenderin über mehrere Tage verabreicht. Schliesslich wird die Brunst mit Prostaglandin (Dreitagesspritze) induziert.
Brunst und Besamung
Die Brunst superovulierter Kühe ist meist deutlich sichtbar. Sie werden normal besamt.
Der Samen wird am üblichen Ort in der Gebärmutter abgesetzt. Oft nimmt man allerdings mehrere Dosen, um die Befruchtungschancen zu erhöhen.
Embryonengewinnung an Tag 7
Sieben Tage nach der Brunst werden die Embryonen aus der Gebärmutter der Spenderin ausgespült
Entwicklungsstadien der Embryonen
Eizellen
Die Eizellen werden im Anfangsbereich des Eileiters befruchtet. Er transportiert sie aktiv über fünf bis sechs Tage zur Gebärmutter.
Morula
Nach sechs bis sieben Tagen haben sich die Zellen der Embryonen schon mehrfach geteilt. Sie sind jetzt bis zur Gebärmutter transportiert worden.
Blastozyste
Im Blastozysten-Stadium beginnen sich die Zellen des Embryos zu organisieren. Noch umhüllt sie die Zona pellucida, die sie seit der Befruchtung umgibt. Sie ist ein Schutz für den Embryo.
Geschlüpfte Blastozyste
An Tag 8 oder 9 schlüpfen die Embryonen aus dieser Schutzhülle. In diesem Stadium entwickeln sie sich sehr schnell weiter und werden empfindlich. Sie sollten daher schon vorher gespült werden.
Embryospülung
Für die Spülung führt der Tierarzt oder die Tierärztin einen speziellen Katheter in beide Hörner der Gebärmutter ein. Dieser wird dort mit einer Art Luftballon fixiert.
Der Bereich vor diesem Ballon wird mit Flüssigkeit gespült.
Absaugen des Cervikalschleims
Einführen des Spülkatheters
Blocken des Ballons
Spülen des Gebärmutterhorns
Rückgewinnung der Flüssigkeit
Seitenwechsel
Filtern der Spülflüssigkeit
Spülung mit Jodlösung
Suche der Embryonen
Die Embryonen haben einen Durchmesser von rund einem Zehntelmillimeter. Sie müssen unter einem Mikroskop gesucht und gefunden werden. Die ET-Teams haben deshalb ein mobiles Labor dabei.
Leeren des Filters
Spülen des Filters
Suche unter dem Mikroskop
Umsetzen der Embryonen
Qualitätsbestimmung
Abfüllen in Pailletten
Verschluss Paillette
Beschriftung Paillette
Frischtransfers oder Einfrieren der Embryonen
Die Embryonen werden einzeln in Pailletten aufgezogen. Mit diesen können sie entweder sofort auf Empfängertiere übertragen oder eingefroren werden. Zum Übertragen auf die Empfängertiere werden die Pailletten in Embryotransfergeräte, die etwas länger sind als Besamungsgeräte, eingesetzt.
Synchronisierte Empfängertiere
Empfängertiere müssen immer zyklussynchron zu den Embryonen sein. Das heisst: Sie sollten am Tag der Spülung sieben Tage nach ihrer Brunst sein. Meist synchronisiert man dazu ihren Brunstzyklus.
Einfrieren der Embryonen
Embryonen guter Qualität lassen sich problemlos einfrieren. Man kann danach mit ihnen handeln oder sie zu einem späteren Zeitpunkt auf dem eigenen Betrieb übertragen. Sie können im selben Stickstoffcontainer wie Samendosen gelagert werden.
Empfängertiermanagement
Optimales Empfängermanagement für erfolgreiche Embryonenübertragung und gesunde Kalbsgenerationen.
Embryonenübertragung
Embryonenübertragung bei Swissgenetics: Hohe Trächtigkeitsraten, sorgfältige Auswahl der Empfängerinnen und präzise technische Abläufe für erfolgreiche Ergebnisse.
Lernspiel – Reproduktionstechniken
Entdecke unser LearningSnack-Game zu Reproduktionstechniken – Lernen im Chat-Format!
Reproduktionstechniken
Entdecke moderne Reproduktionstechniken in der Tierzucht für schnellere Zuchtziele und bessere Erträge.
Brunstzyklus
Während der verschiedenen Phasen eines Brunstzyklus ändern sich der Hormonhaushalt, das Verhalten und die Geschlechtsorgane der Kuh.
Gynäkologische Untersuchung
Die gynäkologische Untersuchung bei Kühen: Diese Schritte braucht es für eine Diagnose und die Beurteilung der Besamungstauglichkeit
