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Trächtigkeitsuntersuchung
Untersuchungen|21.10.2025

Trächtigkeitsuntersuchung


Die Trächtigkeitsuntersuchung kann von Hand (ab ca. dem 40. Trächtigkeitstag) oder mit Hilfe eines Ultraschallgerätes (ab ca. dem 25. Trächtigkeitstag) durchgeführt werden. Dabei gehst Du gleich vor wie bei der rektalen Untersuchung.

Gute Orientierungspunkte in der Kuh sind auch hier der Gebärmutterhals (Zervix) und der vordere knöcherne Beckenrand. An der Gebärmutter untersuchst Du die Grösse, die Symmetrie der Gebärmutter-Hörner, die Konsistenz der Wand und den Inhalt.

Unterscheide zwischen hinweisenden und beweisenden Befunden für eine Trächtigkeit. Hinweisend für eine Trächtigkeit sind eine vergrösserte, asymmetrische Gebärmutter und Flüssigkeit in der Gebärmutter. Beweisend sind der Eihautgriff ab ca. der 6. Trächtigkeitswoche, später das Spüren der Frucht und der „Rosen“ (Plazentome). Ab dem 5. Trächtigkeitsmonat kann das Schwirren der Arterie gefühlt werden, die das grössere Gebärmutterhorn versorgt.

Gebärmutter

Bild: Swissgenetics

Gebärmutter mit asymmetrischen Hörnern aufgrund Trächtigkeit. Das linke Horn im Oval ist deutlich grösser als das rechte Horn.

Gebärmutterhorn

Bild: Swissgenetics

Schematische Darstellung des Eihautgriffs am Gebärmutterhorn.

Foetus

Bild: Swissgenetics

Ca. 10 Wochen alter Foetus: Die Eihäute und die Rosen sind sichtbar.

Arterienschwirren

Bild: Swissgenetics

Schematische Darstellung des Orts der Arterie, die typischerweise schwirrt bei einer Trächtigkeit ab ca. dem 5. Monat.

Untersuchung mittels Ultraschall

Mit einem Ultraschallgerät ist eine Trächtigkeitsuntersuchung ab ca. dem 25. Trächtigkeitstag möglich.

Trächtigkeit 29 Tage

Bild: Swissgenetics

Ultraschallbild einer Trächtigkeit von 29 Tagen. Das kugelrunde Amnion lässt sich gut darstellen. Im bewegten Bild flimmert der Herzschlag des Embryos.

Trächtigkeit 39 Tage

Bild: Swissgenetics

Ultraschallbild einer Trächtigkeit von 39 Tagen: Dunkel ist das Fruchtwasser in der Gebärmutter, darin klein die Frucht als hellen Fleck.

Trächtigkeit 46 Tage

Bild: Swissgenetics

Ultraschallbild einer Trächtigkeit von 46 Tagen: Die Eihäute um die Frucht sind sichtbar.

Trächtigkeit 84 Tage

Bild: Swissgenetics

Ultraschallbild einer Trächtigkeit von 84 Tagen: Knöcherne Strukturen (Rippen) in der Frucht sind als weisse Flecken erkennbar.

Kontrolle mittels Fertalys 

Beim Fertalys-Test werden Eiweissbausteine nachgewiesen, die nur während der Trächtigkeit durch den fötalen Teil der Plazenta produziert werden (sogenannte Trächtigkeits-assoziierte Glykoproteine), abgekürzt mit PAG (Pregnancy-associated glycoproteins).

Keine Untersuchung ist zu 100 % sicher, die Zuverlässigkeit des Trächtigkeitstests ist vergleichbar mit der Ultraschalluntersuchung bzw. der Untersuchung von Hand durch den Tierarzt. Bei korrekter Probennahme und Tieridentifizierung sind unstimmige Ergebnisse mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf das zwischenzeitliche Auftreten von Aborten zurückzuführen (in dem Zeitraum ab Trächtigkeitstag 28 bis zur Abkalbung kommt es bei ca. 24,4 % der Tiere zu einem Trächtigkeitsverlust ). Voraussetzung für ein zuverlässiges Ergebnis ist neben der eindeutigen Tieridentifizierung die akkurate Probennahme. Gesondert entnommene Proben mit korrekter Beschriftung des Probenröhrchens und des Auftragsscheins sind daher die 1. Wahl.

Für die Analyse werden mindestens 8 ml sauber entnommene Milch benötigt. Hierfür kann die Milch von einem einzelnen Strich, dem Gesamtgemelk oder dem Vor- oder Nachgemelk verwendet werden. Der Test liefert folgende mögliche Resultate: Trächtig, nicht trächtig, Nachtesten. Resultat erhält man innert 3.5 h mit dem Idexx kit

Der Befund Nachtesten tritt selten auf (4 % Ergebnisse bei Kühen) und bedeutet, dass sich die Konzentration der nachgewiesenen Eiweissbausteine in einem Zwischenbereich zwischen trächtig und Nichtträchtig befindet. Für einen eindeutigen Befund muss das Tier nochmals untersucht werden. Dieser Befund kann auftreten, wenn nach einem embryonalen Fruchttod die Konzentration an Trächtigkeits-assoziierten Glycoprotein am Zurückgehen ist jedoch noch nicht auf das Niveau eines nicht-trächtigen Tieres gesunken ist. Da der Test in diesem Fall keinen eindeutigen Schluss auf den Trächtigkeitsstatus des Tieres zulässt, muss das Tier für einen eindeutigen Befund nochmals untersucht werden. In frühen Trächtigkeitsstadien <60 Tage nach Besamung sollte das Tier nach frühestens 10 Tagen nochmals getestet werden, in späteren Stadien sind Abklärungen durch den Tierarzt erforderlich.

PAGs werden von Trophoblastzellen in der Plazenta produziert. Bei embryonalem Frühtod oder bei Abort verliert die Plazenta ihre Funktion und es werden keine PAGs mehr produziert. Darauf sinkt auch die Konzentration der PAGs in Blut und Milch.

Kontrolle mittels Progesterontest

Mit dem Progesterontest kann in der Milch 3 Wochen nach der Besamung die Konzentration des Trächtigkeitshormons Progesteron, das vom Gelbkörper produziert wird, bestimmt werden. Ein positiver Test (hohe Progesteronkonzentration) ist kein Beweis für eine Trächtigkeit. Ein negativer Test (tiefe Progesteronkonzentration) ist aber ein Beweis für eine erfolglose Besamung, weil offenbar kein aktiver progesteron-produzierenden Gelbkörper auf dem Eierstock vorhanden ist. Der Progesterontest wurde für das Einzeltier von Fertalys weitgehend abgelöst, jedoch wird das Progesteron routinemässig in Robotermelkanlagen erhoben. So erhält man Informationen zum Zyklusstadium der Kühe bzw. ob sie zyklisch sind.