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Geburtsbeginn
Geburtsvorbereitung|15.01.2026

Geburtsbeginn

Den voraussichtlichen Geburtstermin eines Kalbs zu kennen, ist eine Voraussetzung, seinen Start ins Leben und den Beginn der Laktation der Kuh gut vorzubereiten. Doch wie kommt es dazu, dass eine Geburt beginnt und wann fängt sie an?

Bild: www.zweiaufreisen.com

Hormonkaskade

Der Geburtsbeginn wird durch eine Hormonkaskade in Gang gesetzt. Sie startet, wenn das Kalb das Stresshormon Cortisol ausschüttet. Seine Nebennierenrinde produziert dieses Hormon auf "Befehl" des Gehirns.

Bild: Swissgenetics

Körperliche Reife

Bild: S. Fürst

Für diese Hormonausschüttung muss das Kalb zum einen reif genug sein, damit sein Hirn und seine Nebennierenrinde Cortisol produzieren kann.

Stressreize

Bild: www.zweiaufreisen.com

Zum anderen braucht das Kalb Stressreize, damit es Cortisol ausschüttet. Diese sind:

  • der enger werdende Platz in der Gebärmutter
  • die knapper werdende Versorgung für den wachsenden Organismus

Kuhsignale zum Geburtsbeginn

Am Ende der Hormonkaskade steigt der Östrogenspiegel (Brunsthormon) der Kuh. Weshalb sich der Körper des hochtragenden Tiers verändert. Typische Anzeichen für eine kurz bevorstehende Geburt sind:

Aufeutern

Bild: Swissgenetics / jbg

Eingefallene Beckenbänder

Bild: Swissgenetics / aps

Weiche Schwanzspitze

Bild: Swissgenetics / jbg

Wassereinlagerung in der Scham

Bild: Swissgenetics / jbg

Häufiger Gebrauch der Kuhbürste

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Unruhe

Bild: Swissgenetics / jbg

Rückgang Futteraufnahme und Wiederkauen

Bild: Swissgenetics / lvt

Breitbeiniger Gang und abgehaltener Schwanz

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Ablösung der Eihäute

Gleichzeitig lockert sich in der Gebärmutter die Verbindung der Eihäute mit der Schleimhaut. Eine wichtige Voraussetzung, damit die Nachgeburt später ausgestossen werden kann.

Bild: Swissgenetics

Der Einfluss der Rasse

Allerdings gibt es verschiedene Einflussfaktoren, die den Geburtstermin verschieben können. Der Offensichtlichste ist der Rasseunterschied, der in der Trächtigkeitsdauer ca. 9 Tage ausmachen kann.

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Rasse des Kalbs

Beobachtungen aus dem Embryotransfer zeigen, dass es insbesondere auf die Rasse des Kalbs ankommt, weniger auf die des Muttertiers. Etwas pauschal lässt sich sagen, dass leichtere, milchbetonte Kälber weniger lange ausgetragen werden als Kälber von grobknochigeren Mastrassen.

Jersey

Bild: R. Limacher

281 Tage

Holstein

Bild: Swissgenetics / swy

282 Tage

Red Holstein

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284 Tage

Eringer

Bild: Swissgenetics / aps

284 Tage

Swiss Fleckvieh

Bild: www.zweiaufreisen.com

286 Tage

Braunvieh

Bild: J. Steiner

290 Tage

Simmentaler

Bild: L. Gobeli

290 Tage

Limousin

Bild: www.zweiaufreisen.com

290 Tage

Unsere Empfehlung

All diese Angaben zu den Trächtigkeitsdauern stammen aus der Untersuchung von U. Bleul, 2008. In unserer Checkliste Trächtigkeitsdauer haben wird diese Ergebnisse übersichtlich zusammengefasst.

Einfluss des Geschlechts

Stierkälber

Sind wohl unempfindlicher gegen Stress und werden deshalb später geboren.

Kuhkälber

Sind wohl empfindlicher gegen Stress und kommen daher früher zur Welt.

Einflussfaktor: Stress

Alle äusseren Einflüsse, die der Mutter Stress verursachen, lassen sowohl ihren eigenen Cortisolwert als auch den des Kalbs steigen. Bekannt ist, dass zum Beispiel diese Faktoren die Trächtigkeit verkürzen oder abbrechen können.

Hitzestress

Bild: Swissgenetics / vpi

Krankheit der Mutter

Bild: Swissgenetics / jbg

Transport hochtragendes Tier

Bild: www.zweiaufreisen.com

Neue Herde

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Zwillingsträchtigkeit

Wenn bei Zwillingen die Versorgung und der Platz in der Gebärmutter knapp werden, kommen sie früher zur Welt. Liegen beide Kälber auf derselben Seite, wird es schneller eng.

Bild: M. Weber

Weniger Platz bei Rindern

Da der Bauchraum und die Gebärmutter bei Rindern in der Regel enger sind als bei Kühen, haben ihre Kälber schneller Platznot. Die Trächtigkeitsdauer ist daher oft kürzer.

Bild: R. Burch

Trächtigkeitsdauer und Überlebenschancen

Sowohl Frühgeburten als auch Kälber, die deutlich «über die Zeit gehen», haben schlechtere Überlebenschancen.

Vor dem 270. Trächtigkeitstag

Bild: www.zweiaufreisen.com

Kälber vor dem 270. Trächtigkeitstag gelten als Frühgeburt. Sie sind oft noch unreif. Ihre Sterblichkeit ist daher höher.

Nach dem 290. Trächtigkeitstag

Bild: O. Luder

Vor allem bei Erstkalbenden von Milchrassen steigt das Risiko für eine Schwergeburt, wenn die Trächtigkeit deutlich länger als 290 Tage dauert und das Geburtsgewicht steigt.

Sonderfall: IVP-Kälber

Die Erfahrung zeigt, dass Kälber aus IVP nach dem errechneten Termin noch einmal deutlich an Gewicht zulegen. Die Empfehlung lautet daher, die Geburt bei ihnen rechtzeitig einzuleiten.

Bild: Swissgenetics / swy