Kälber füttern
Die Kälber optimal füttern
Die intensive Fütterung von Kälbern und jungen Rindern ist die Grundlage für wirtschaftliche, langlebige Kühe.
Langlebige Tiere aufziehen
Roberts frühere Rechnung hinkt. Denn die negative Kapitalbilanz der Aufzucht dreht sich erst ab der dritten Laktation ins Positive. Es ist wirtschaftlich also viel entscheidender, dass die Kühe langlebig sind. Und der Grundstein dafür wird schon sehr früh im Kälberleben gelegt.
Grundfutter anbieten
Spätestens ab der zweiten Lebenswoche müssen Deine Kälber Heu- und Grundfutter bester Qualität fressen können. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. (Art. 37 Abs. 1 TSchV).
Intensive Strategie
Die Empfehlung lautet zwar «Möglichst früh besamen» – aber das Ganze bitte nicht blindlings. Damit diese Strategie aufgeht, müssen Kälber und junge Rinder sehr bewusst intensiv betreut und richtig gefüttert werden. Beachte wichtige Eckpunkte.
Fressen und verdauen
Deine Kälber sollen von klein an möglichst viel fressen und ihr Futter gut verdauen.
Bedarfsgerecht versorgen
Die jungen Rinder brauchen bis zur ersten Besamung eine bedarfsgerechte Versorgung.
Intensität kontrollieren
Die Aufzuchtintensität orientiert sich also stark am jeweiligen Wachstumspotential der Tiere.
Kraftfutter für Kälber
Ein hohes Nährstoffangebot schon zur Tränkezeit wirkt sich positiv auf das Immunsystem und die Gesundheit der Kälber aus. Spezielles Kälber-Kraftfutter (Aufzuchtfutter oder Kälbermüsli) unterstützt die Energieaufahme und -verwertung der Tiere. Erreichen Deine Kälber hohe Zunahmen, nutzt Du ihr Wachstumspotential aus und stärkst ihre Widerstandsfähigkeit.
Fressen lernen
Beginne daher spätestens ab der zweiten Lebenswoche Deiner Kälber mit der Kraftfuttergabe und füttere sie ab dann kraftfutterbasiert.
Guter Geschmack
Durch das süssliche Aufzuchtfutter oder Kälbermüsli lernen Deine Kälber gerne zu fressen.
Schnelle Entwicklung
Die leichtverdaulichen Kohlenhydrate des Kraftfutters fördern die rasche Entwicklung des Pansens.
Bessere Verdauung
Rauhfutter kann mit einem funktionierenden Pansen besser aufgeschlossen und verwertet werden.
Hohe Zunahmen
Eine reine Heu-Fütterung bei den jungen Kälbern reicht für hohe Zunahmen dagegen nicht aus
Hoher Energiebedarf beim Absetzen
Die Zeit des Absetzens von der Milch birgt die grosse Gefahr eines Wachstumsknicks: Weil die Energie aus der Milch wegfällt, müssen die Kälber ab dann ihren hohen Energiebedarf nur durch Fressen decken.
Wissen wie’s geht
Gut, wenn die Kälber schon vor dem Milchentzug gelernt haben wie «man frisst»
Ein Kilo oder mehr
Gewöhne Deine Kälber also vorab daran, deutlich über 1 kg Aufzucht-Futter pro Tag zu fressen.
Dem Knick vorbeugen
Mit ca. 2 kg Aufzuchtfutter pro Tier und Tag kannst Du den Knick in der Zunahme geringhalten.
Auf Grundfutter umstellen
Die Umstellung fressender und gut verdauender Kälber auf eine grundfutterbasierte Ration klappt.
Grundfutter vorlegen
Je nach betrieblicher Situation eignet sich Heu und Silage als Grundtutter ergänzt mit Aufzuchtfutter, aber auch spezielles Kälbermash, für die abgesetzten Kälber. Betriebe mit TMR-Fütterung bei den Milchkühen können ihren Kälbern auch diese vorlegen.
Wasser ab Geburt
Alle Kälber müssen von Geburt an stets freien Zugang zu Wasser haben. Die Milchtränke ersetzt Wasser nicht. Nach dem Absetzten Deiner Kälber wird frisches Wasser ein wichtiger Faktor für deren weitere Entwicklung. Ihre Futteraufnahme korreliert ab jetzt eng mit der Wasseraufnahme.
Gesetzlich vorgeschrieben
Die Tierschutz-Verordnung der Schweiz schreibt den freien Zugang zu Wasser für alle Kälber vor.
Trotz Milchtränke
Auch bei ad libitum Milchtränke müssen die Kälber Wasser immer zur freien Verfügung haben.
Besseres Wiederkauen
Getrunkenes Wasser erleichtert schon kleinen Kälbern wieder zu kauen und ihr Futter zu verdauen.
Nach dem Absetzen
Um 1 kg Trockensubstanz fressen zu können, benötigen Kälber und junge Rinder rund 3 Liter Wasser.
Zeit der Entwicklung
Im ersten Lebensjahr wird der körperliche Rahmen der Tiere festgelegt. Lebenswichtige und leistungsfähige Organe entwickeln sich in dieser Zeit. Der erste Brunstzyklus beginnt und die Euteranlage entsteht. Das Skelett und die Organe wachsen jedoch nicht im Gleichklang. Muskeln brauchen für ihr Wachstum länger als Knochen und Fettdepots bilden sich erst gegen Ende der Aufzuchtphase nach der vollständigen Entwicklung der Muskulatur. Darum schiessen Kälber und junge Rinder zuerst in die Höhe und nehmen erst dann an Umfang zu.
Wachstums-Kontrolle
Das Wachstumspotential der Milchrassen macht sehr hohe Zunahmen während der ersten zehn Monate zwingend. Du solltest Tageszunahmen von >850 g erreichen. Doch kennst Du das genaue Gewicht Deiner Tiere wirklich? Weisst Du, ob die Ration für Deine Kälber passt und die Fütterungsintensität bei den Rindern richtig ist? Deshalb solltest Du jede Möglichkeit nutzen und das Wachstum Deiner Kälber und Rinder kontrollieren.
Kälbersignale zur Fütterung
Diese Kälbersignale geben Dir Hinweise, ob die Kälberfütterung auf Deinem Betrieb stimmt:
- Verfügbares Futter
- Verfügbares Wasser
- Kraftfutter für Kälber
- Im warmen Stroh
Grundfutterqualität
Hohe Futterqualität und konsequentes Pansenmonitoring sichern stabile Pansenfunktion, guten Verzehr und eine gesunde Fruchtbarkeit der Milchkuhherde.
Epigenetik
Epigenetische Einflüsse in Trächtigkeit und Aufzucht prägen Stoffwechsel, Gesundheit und Langlebigkeit von Kälbern und können Risiken über Generationen verstärken.
Wasserversorgung Herde
Optimale Wasserversorgung für Kühe: Sauberes Trinkwasser, passende Tränken und regelmässige Kontrollen sichern Gesundheit und Fruchtbarkeit.
Rinder besamen
Frühe Erstbesamung steigert die Lebensleistung: Alters‑ und Gewichtsvorgaben, rassespezifische Unterschiede sowie Anforderungen an Aufzucht und Anpaarung.
Rinder kontrollieren
Die Kontrolle von Gewicht und Kondition hilft, den richtigen Zeitpunkt und das passende Gewicht für die Erstbesamung der Rinder zu erreichen.
Rinder füttern
Leitfaden zur Aufzuchtrinderfütterung: hochverdauliches Grund- und Kraftfutter, sowie passende Protein- und Mineralstoffgaben.
