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Selen- und Eisenmangel Kälber
Kälbergesundheit|02.03.2026

Selen- und Eisenmangel Kälber

Shania Voumard, Hoflieferprodukte

«Vitalität, Immunität und Ausschöpfung des Leistungspotenzials», diese Anforderungen stellen wir an unsere Kälber. Neben Immunglobulinen spielen auch Spurenelemente wie Selen und Eisen eine wichtige Rolle.

Bild: Swissgenetics

Selen-Versorgungslage ist kritisch

Ein wichtiger Aspekt ist die Versorgung mit Spurenelementen. Dabei demonstrieren verschiedene Untersuchungen, dass neugeborene Kälber in dieser Hinsicht Defizite aufweisen. So lag der Selengehalt in einer schweizerischen Studie auch im Blut gesunder und generell unauffälliger Kälber unterhalb der offiziellen Referenzwerte. Während der Trächtigkeit bekommt das Kalb Selen über die Plazenta, danach sollte es seinen Bedarf über die Milch decken. Demzufolge ist es abhängig von der Versorgungslage der Kuh. Die Schweiz gilt generell als Selenmangelgebiet, allerdings gibt es sehr starke regionale Unterschiede. Ein Selenmangel trifft insbesondere Herden, die grasbetont gefüttert werden und nicht optimal oder gar nicht über Mineralfutter oder andere geeignete Massnahmen wie Leckmassen oder Spurenelementboli wie z.B. MINERALTOP oder CURATOP ergänzt werden.

Selen übt schützende Aufgaben aus

Gemeinsam mit den Vitaminen E, A und C ist Selen für den Zellschutz verantwortlich und fängt als Antioxidans Schadstoffe ab. Auch die Zellen des Immunsystems, die sehr empfindlich auf oxidativen Stress reagieren, werden so geschützt. Ein Selenmangel bei Kälbern wird häufig mit Wachstumsstörungen, gesteigerter Krankheitsanfälligkeit und muskulären Problemen assoziiert. Unterversorgte Neugeborene haben dementsprechend unterentwickelte Muskeln und neigen zu unkoordinierten Bewegungen. Sie zeigen Saugunlust bzw. einen verminderten Saugreflex.

Eisen ist häufig im Mangel

Bei Eisen ist die Versorgungslage der Kälber noch drastischer. In einer bayerischen Studie lagen die Eisenwerte bei 32 % der untersuchten neugeborenen Kälber unter den Referenzwerten, in einer anderen deutschen Studie waren nur 42 %, also nicht einmal die Hälfte der untersuchten Kälber am vierten Lebenstag ausreichend mit Eisen versorgt. Da Kälber ohne nennenswerte Eisenreserven geboren werden, sind sie gänzlich von einer externen Versorgung abhängig. Das Kolostrum ist zwar reich an vielen wichtigen Inhaltsstoffen, nicht aber an Eisen. Das gleiche gilt für Vollmilch. Auch eine zusätzliche Eisenversorgung der Kühe hat keinen Einfluss auf die Eisengehalte von Kolostrum und Milch. Demnach muss der Landwirt aktiv werden, denn Eisen ist wichtig für Blutbildung und Verteilung des Sauerstoffs im gesamten Organismus. Ausserdem ist es aktiv an der Produktion von Antikörpern beteiligt und folglich für das Immunsystem relevant. Eisenmangel wird dementsprechend mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit und als Folge daraus mit verringerten Tageszunahmen in Verbindung gebracht.

Vorbeugen und Versorgung sicherstellen

Eine ausreichende Versorgung mit den Spurenelementen Selen und Eisen speziell in den ersten Wochen ist unerlässlich für die Aufzucht von gesunden und leistungsstarken Kälbern. Sobald die Festfutteraufnahme eine Menge von ca. 0.5 kg erreicht hat, sinkt in der Regel das Risiko. Dies ist zumeist ab der 4./5. Lebenswoche der Fall und wiederum abhängig vom Spurenelementgehalt der gewählten Futtermittel. Gleich nach der Geburt können die Reserven von Eisen sowie Selen und Vitamin E gezielt durch eine orale Gabe aufgefüllt werden, hierzu geeignet ist z.B. CALF PASTE FE SE. Insbesondere Kälber mit tiefen Geburtsgewichten zeigten in Studien eine gute Resonanz auf frühzeitige Zusatzversorgung mit diesen Spurenelementen.