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Kuhsignal – Einzelne Kälberiglus in Reihe
Kälberhaltung|04.11.2025

Kuhsignal – Einzelne Kälberiglus in Reihe

Bildbeschreibung und Interpretation  

Es stehen mehrere Einzeliglus für Kälber auf diesem Betrieb dicht nebeneinander. Durch die Stäbe in den Auslaufbereichen können sich die Kälber berühren und Sozialkontakte -wenn auch eingeschränkt- pflegen. An jedem Auslauf hängt ein gefüllter Wassereimer. So können die Kälber jederzeit trinken. In den dick mit Stroh eingestreuten Iglus stehen und liegen Simmentaler Kälbern. 

Bild: Swissgenetics

Ursachen 

Dieser Betrieb hält seine neugeborenen Kälber in Einzelhaltung in sauberen Iglus. Sie sind auf einer trockenen Betonfläche im Freien aufgestellt. 

Ziel  

Gesunde Kälber, die mit hohem Tierwohl aufwachsen können. 

Massnahmen  

Die Einzelhaltung neugeborener Kälber wurde in den vergangenen Jahren stark propagiert. Aus den Gesichtspunkten der Infektionsprophylaxe empfahlen Kälberexperten sogar, dass die Tiere untereinander möglichst keinen direkten Kontakt haben. Man solle deshalb Einzeliglus mit mindestens einem Meter Abstand zueinander aufstellen. So könne die Übertragung von Krankheitserregern verringert werden. Der hygienische Vorteil der leicht zu reinigenden Iglus komme so voll zu tragen. Die Aufstallung in separaten Einzeliglus hat erwiesenermassen das tiefste Infektionsrisiko für die Kälber. 

Dem Infektionsschutz gegenüber steht die Sichtweise des Tierschutzes, der die Haltung von Kälbern in Einzeliglus nicht als ideale Haltungsform ansieht. Denn in einer Gruppenhaltung von klein an können Kälber ihren Spiel- und Bewegungsdrang mit Artgenossen und somit ihr Sozialverhalten viel besser ausleben. In der Schweiz ist die Haltung in Einzeliglus sowieso nur bis zur zweiten Lebenswoche der Kälber erlaubt. 

Unstrittig ist wohl, dass akut erkrankte Kälber am besten isoliert mit Abstand zu den anderen aufgestallt werden. Ein Kalb mit Durchfall scheidet zum Beispiel massenhaft Erreger aus. Wird ein solch krankes Tier von den gesunden separiert, können sich die Keime nicht auf einen Schlag im gesamten Bestand verbreiten.