Aborte
Aborte abklären
Gehäufte Aborte in einem Betrieb tun besonders schnell weh. Sowohl emotional bei sichtbaren Aborten als auch wirtschaftlich, weil die Kühe durch Aborte meist völlig aus ihrem Laktationsrhythmus fallen. Deshalb gilt, besser früh als spät zu reagieren!
Gesetzliche Vorschriften
Die wirtschaftliche Bedeutung ist in der Schweizer Gesetzgebung deutlich festgehalten. Artikel 129 der Tierseuchenverordnung besagt Folgendes:
“Der Tierhalter meldet jeden Abort von Tieren der Rindergattung, die drei Monate oder mehr trächtig waren, sowie jedes Verwerfen von Tieren der Schaf-, Ziegen-, und Schweinegattung einem Tierarzt. Der Tierarzt muss eine Untersuchung durchführen, wenn sich ein Abort in einem Händlerstall oder während der Sömmerung ereignet hat und wenn in einem Klauentierbestand mehr als ein Tier innert vier Monaten verworfen hat.”
Ein zweiter Abort in vier Monaten
Praktisch ausgedrückt und anders formuliert steht in der Tierseuchenverordnung: Der zweite Abort in vier Monaten muss untersucht werden. Ein Merkblatt des BLV für Hoftierärzte und -tierärztinnen informiert über die wichtigsten Grundsätze bei der amtlichen Abortüberwachung, wie der Untersuchungspflicht, den Details zum benötigten Probenmaterial oder zum Versand etc.
Seuchenüberwachung
Diese gesetzliche Regelung ist keine Schikane für die TierhalterInnen, sondern eine Massnahme, um allfällige Seuchen (hier konkret: Aborterreger) so schnell als möglich zu entdecken. Je nach Erreger können dann entsprechende Massnahmen zur Bekämpfung eingeleitet werden. Es müssen jedoch alle am gleichen Strick ziehen und die Dringlichkeit der geforderten Massnahmen verstehen und umsetzen.
Den Tierarzt einschalten
Oft macht es Sinn, auch weitere Erreger mit in die Abklärung hinein zu nehmen. Denn es sind bei weitem nicht alle infektiösen Abortursachen in der Tierseuchenverordnung berücksichtigt. Dein Hoftierarzt und Deine Hoftierärztin sind wie immer die richtigen Ansprechpartner für die Biosicherheit auf Deinem Betrieb.
Proben nehmen
Bei gehäuften Aborten in einem Betrieb ist es immer wichtig, dass Du so schnell wie möglich Deine Tierärztin bzw. Deinen Tierarzt informierst. Diese entscheiden dann, welche Tiere wie beprobt werden sollten. Meist werden Blutprobe entnommen, um Abort-Erreger entweder direkt oder auch Anti-Körper gegen diese nachzuweisen bzw. auszuschliessen.
Abortmaterial sichern
Findest Du Abortmaterial im Stall, sichere es: Frier den Fötus inkl. aller Eihäute, die die Kuh ausgestossen hat, gleich nach dem Auffinden ein. Dein Tierarzt kann dann sagen, welches Material allenfalls in welches Labor zur weiteren Diagnostik eingeschickt werden soll. Zum eigenen Schutz dazu bitte unbedingt Einmal-Handschuhe – und am besten Einmal-Kombis plus Mundschutz – anziehen. Denn viele Erreger sind ansteckend.
Ansteckungsgefahr!
Grundsätzlich gilt: Mit Aborten ist nicht zu spassen. Einerseits wegen der Verluste bei den Rindern und Kühen – aber auch, weil viele Aborterreger Zoonosen sind. Also Erreger, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können oder auch umgekehrt. Menschen können durch diese Keime zum Teil schwer erkranken.
Schwangere und Aborte
Insbesondere schwangere Frauen haben in der Nähe von Aborten und Totgeburten im Kuhstall absolut nichts zu suchen! Sie gefährden sich und das ungeborene Kind.
Geburtsbeginn
Der Geburtsbeginn beim Rind: hormonelle Auslöser, typische Anzeichen bei der Kuh und wichtige Einflussfaktoren wie Rasse, Stress und Trächtigkeitsdauer.
Schimmel im Futter
Verschimmeltes Futter kann zu Gesundheitsschäden, Fruchtbarkeitsstörungen und Leberschäden bei Kühen führen; rechtzeitige Entsorgung ist wichtig.
Biosicherheit
Gute Biosicherheit schützt Tiere durch Hygiene, kontrollierten Zutritt, Desinfektion und Fliegenbekämpfung vor Krankheiten und Infektionen.
Fruchtbarkeitskennzahlen
Fruchtbarkeitskennzahlen wie Zwischenkalbezeit, Rastzeit oder Besamungsindex helfen, die Herdenfruchtbarkeit objektiv zu analysieren und gezielt zu verbessern.
Herdenkontrolle
Systematische Erfassung und Auswertung von Leistungs- und Gesundheitsdaten unterstützen das gezielte Monitoring für gesunde Milchkühe.
Zwillinge
Zwillingsträchtigkeiten bei Kühen entstehen meist durch Doppelovulationen und werden von Leistung, Alter und Genetik beeinflusst; sie erhöhen Risiken für Kuh und Kalb.
