Kuhsignal - Schmerzgesicht
Bildbeschreibung und Interpretation
Die Kuh schaut zwar frontal in die Kamera, wirkt aber nicht neugierig.
Sie hält die Ohren nach hinten und stellt sie nicht nach vorne. Die Nasenlöcher sind weit geöffnet. Aus einem läuft klarer Nasenschleim. Über ihren Augen und oberhalb der Nasenlöcher hat ihre Haut Falten.
Ihre Gesichtszüge wirken angespannt. Fliegen, die auf ihrem Kopf sitzen, wehrt sie nicht ab. Diese Kuh fühlt sich unwohl.
Sie hat ein sogenanntes «Schmerzgesicht».
Ursachen
Kühe versuchen Schmerzen nicht zu zeigen. Es braucht daher eine aufmerksame Beobachtung der Tiere, damit man wahrnimmt, dass es ihnen nicht gut geht, sie krank sind oder Schmerzen fühlen.
Der Gesichtsausdruck ist eines dieser feinen Signale, die das zum Ausdruck bringen. Man bezeichnet dieses angespannte Gesicht als «Schmerzgesicht»: Es zeigt sich vor allem in Falten oberhalb der Nasenlöcher und am oberen Augenlid. Diese entstehen dadurch, dass die Spannung der darunterliegenden Gesichtsmuskulatur erhöht ist. Auch öffnen sich die Nasenlöcher dadurch.
Typischerweise zeigen kranke Kühe kaum Interesse an ihrer Umwelt. Sie stehen und laufen mit gesenktem Kopf. In dieser Körperhaltung können sie zum einen Schmerzen vermeiden. Zum anderen werden sie aufgrund dieser defensiven Körpersprache von ihren Herdenmitgliedern eher ignoriert und können so Auseinandersetzungen vermeiden. Auch hängende oder nach hinten gestellten Ohren sind ein Anzeichen für Unwohlsein – gesunde Tiere zeigen normalerweise ein lebhaftes Ohrenspiel.
Ziel
Als ursprüngliches Beutetier ist ein Rind darauf bedacht, sich Schmerzen nicht offensichtlich anmerken zu lassen. Nur starke Schmerzzustände (wie z.B. eine Kolik oder ein starkes Klauenleiden) können wir daher sofort erkennen: Die Tiere knirschen laut mit den Zähnen, pressen ihren Kopf an Gegenstände oder hinken unübersehbar. Leichte Schmerzen zeigen sich lediglich im Gesichtsausdruck. Trotzdem sind sie Symptome eines zugrundeliegenden Leidens, das wir lindern müssen, damit die Tiere wieder gesund werden. Auf die Mimik der Kuh, z.B. direkt nach der Geburt, muss daher speziell geachtet werden.
Massnahmen
Ursache der Schmerzen herausfinden und Grunderkrankung behandeln.
Andere Schmerzzeichen
- Mit dem Schwanz schlagen
- Zögerliches Aufstehen
- Separates Abliegen
- Mit den Zähnen knirschen
- tiefes Auge
- Aufgekrümmter Rücken
Frischgekalbte Kühe überwachen
Gezielte Beobachtung frischgekalbter Kühe ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Krankheiten und einen guten Laktationsstart.
Körpertemperatur messen
Fiebermessen bei Rindern ist essenziell: Frühwarnsystem für Krankheiten, schnelle Reaktion bei Abweichungen und optimale Tiergesundheit.
Schmerzen lindern
Kühe und Kälber zeigen Schmerzen oft unauffällig; frühes Erkennen und gezielte Behandlung verbessern Wohlbefinden, Leistung und Tierschutz.
Nachgeburtsverhalten
Ein gestörtes Nachgeburtsverhalten bei Kühen erfordert genaue Ursachenanalyse und tierärztliche Maßnahmen, um Komplikationen wie Entzündungen oder Stoffwechselstörungen zu vermeiden.
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