Besamung
Nachbrunst (Met- oder Postöstrus)
Dauer: 1-2 Tage
Im Zyklus Tag 1 (Besamung) und 2
Verhalten:
Die Nachbrunst (Met- oder Postöstrus) ist eine nicht klar abgegrenzte Zeitspanne. Sie reicht vom Zeitpunkt wenn sich das Tier nicht mehr bespringen lässt bis zum Abklingen der sichtbaren äusseren und inneren Brunstsymptome. Das heisst, in der Nachbrunst wird das brünstig gewesene Tier wieder ruhig, es bleibt bei einem Aufsprungversuch von Artgenossinnen nicht mehr stehen. Die Schwellung an den Schamlippen (Vulvae) geht zurück. Ev kann etwas Blut aus der Scheide (Vagina) beobachtet werden. Man spricht dann vom Abbluten. Dieses Blut stammt aus der Gebärmutter, die in der Brunst stark durchblutet war. Da der Eisprung (Ovulation) ca. 12 Stunden nach der Hauptbrunst (positiver Duldungsreflex, Bespringen am Kopf, klarer, fadenziehender Schleim aus der Scheide) stattfindet, ist Ende der Hauptbrunst und zu Beginn der Nachbrunst der ideale Zeitpunkt für eine Besamung. Das Eibläschen ist ca. 12-20 Stunden befruchtungsfähig. Wir befinden uns am Tag 1.
Eierstock (Ovar):
Zu Beginn der Nachbrunst springt das Eibläschen (Follikel). Dieses wird vom trichterförmigen Ende des Eileiters (Oviduct) aufgefangen. Die Samen (Spermien) wandern nach der Besamung ebenfalls durch die Gebärmutter in die Eileiter, treffen dort auf die Eizelle und befruchten diese. Innerhalb von 4-7 Tagen wandert die befruchtete Eizelle (Zygote)durch den Eileiter in die Gebärmutter, wo sie sich in der Schleimhaut (Endometrium) einnistet.
Gebärmutter (Uterus) und Scheide (Vagina):
Die Muskulatur der Gebärmutter (Uterus) entspannt sich und der Muttermund verschliesst sich langsam wieder. Die Scheidenschleimhaut ist weniger feucht. Die Schwellung der Schamlippen (Vulvae) geht zurück. Ev kann etwas Blutausfluss aus der Scheide (Vagina) beobachtet werden. Man spricht vom Abbluten. Das Blut kommt aus kleinen Blutgefässen (Kapillaren) der Gebärmuttermuskulatur, die durch die starke Kontraktion gerissen sind (kapiläre Blutungen). Das Abbluten kann als guter Anhaltspunkt auf dem Brunstkalender festgehalten werden (Abbluten minus 2 Tage = Brunst).
Hormone:
Das luteinisierende Hormon (LH) bewirkt nach dem Eibläschensprung (Ovulation) eine Umwandlung der Wand der Eiblase zu Gelbkörpergewebe. Der Gelbkörper (Corpus luteum) wächst heran und produziert nach ca.6 Tagen das Trächtigkeitshormon (Progesteron). Der Spiegel des Brunsthormons (Östrogen) ist wieder abgesunken.