Besamung

 

Die Hormone in der Zwischenbrunst

Ab ca. dem 6 Zyklustag ist der Gelbkörper (Corpus luteum) soweit gediehen, dass das von ihm gebildete Trächtigkeitshormon (Progesteron) beim Tier über das Blut Wirkungen zeigt. Im Hypothalamus – einem Teil des Zwischenhirns – wird die Ausschüttung von Gonadotropin Releasing-Hormon (GnRH) gehemmt. Man spricht von einem negativen Feedback-Mechanismus.
Unvollständig ausreifende Eibläschen während der Gelbkörperphase produzieren das Brunsthormon (Östrogen), das für Brunstverhalten mitten im Zyklus sorgen kann. Ein Eisprung findet aber nicht statt, da das luteinisierende Hormon aus der Hirnanhangsdrüse nicht ausgeschüttet wird (Wirkung des negativen Feedback-Mechanismus).
Hat während der Brunst eine erfolgreiche Besamung und damit Befruchtung stattgefunden, produziert der Embryo ab ca. dem 16. Tag das Hormon Tau-Interferon. Dieses Hormon des Embryos wirkt als Signal trächtig an die Gebärmutter. Damit wird verhindert, dass die Gebärmutter Prostaglandin F2alpha produziert. Der Gelbkörper bleibt daher bestehen und produziert während beinahe der ganzen Trächtigkeit für den Fötus das lebenswichtige Trächtigkeitshormon Progesteron. Ohne Befruchtung und damit ohne Signal des Tau-Interferons vom Embryo produziert die Gebärmutter ab ca. dem 17. Zyklustag das Hormon Prostaglandin F2alpha, das die Rückbildung des Gelbkörpers auslöst. Damit fällt der Progesteronspiegel im Blut rapide ab und damit wird aus dem Hypothalamus das GnRH ausgeschüttet (Wegfall negatives Feedback). Ein neuer Zyklus kommt in Gang.

Sehen Sie sich rechts die Wirkungen der einzelnen Hormone an oder betrachten Sie die Hormonkurven.