Kuhsignal – Kälberiglus unter dem Vordach
Bildbeschreibung und Interpretation
Ein Limousin-Kalb steht im Auslauf seines Einzeliglus. Es hat den Kopf durch die Öffnung im Gitter geschoben und frisst Kälbermüsli aus einer Schale. In einer zweiten Schale ist Wasser zu seiner freien Verfügung. Nebenan stehen weitere Iglus. Sie sind alle so aufgestellt, dass sich über ihrem Auslauf das Vordach des Stallgebäudes befindet.
Ursachen
Der Betriebsleiter hat sich für die Unterbringung seiner Tränker-Kälber in Einzeliglus entschieden. Er hat sie so unter dem Vordach positioniert, dass die Versorgung der Kälber für die betreuenden Personen auch bei schlechtem Wetter möglichst angenehm ist. Ausserdem verhindert das Vordach, dass die Einstreu des Iglus bei Regen feucht wird. Im Sommer bieten Dach und Stallgebäude ausserdem unverzichtbaren Schatten.
Ziel
Trockene Einstreu und gut temperiertes Klima im Kälberiglu.
Massnahmen
Der Standort von Kälberiglus muss gut durchdacht sein. Sie sollten tatsächlich im Freien stehen und nicht in einem geschlossenen Gebäude. Nur so wird der Grundgedanke der Frischluftzufuhr und damit der Keimreduktion erfüllt. Eine Überdachung sommers wie winters ist dennoch empfohlen. Bei schlechtem Wetter hält sie das Iglu trocken und erleichtert die Tierbetreuung und -beobachtung. Im Sommer schützt sie die Kälber vor Überhitzung. Damit das funktioniert, ist die Stallseite, auf der die Iglus gestellt werden, wichtig: Norden, Nordosten oder Osten. Sonst knallt die sommerliche Abendsonne noch lange auf die Kälber. Alternativ können sie auch durch den Schatten von hohen Bäumen oder einem Sonnensegel geschützt werden. Auch dabei muss der Sonnenstand im Hochsommer selbstverständlich beachtet werden: An Hitzetagen brauchen die Kälber vom späten Vormittag bis zum Sonnenuntergang Schatten.
Wer viel Platz um den Stall hat, kann die Standorte der Iglus natürlich je nach Jahreszeit auch wechseln: Im Winter geniessen die Kälber Sonneneinstrahlung über den Mittag. Ein Wechsel des Standplatzes bietet auch Vorteile in der Krankheitsprophylaxe, denn die vorhandenen Umgebungskeime werden so reduziert.
Unsere Empfehlung
Vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) existiert zum Thema eine Fachinformation zu Massnahmen gegen Hitzestress bei Kälbern.
Kuhsignal – Einstreuhöhe in Kälberboxen
Tiefe, trockene Stroheinstreu in Kälberboxen sorgt für Wärme, Isolation und Gesundheit, besonders nach der Geburt und bei kalten Temperaturen im Winter.
Kälberbedürfnisse
Kälber brauchen mehr als Futter und Milch: Wärme, Frischluft, Sozialkontakt, Beschäftigung und Hygiene fördern Gesundheit und Tierwohl.
Kälber halten
Überblick zur erfolgreichen Kälberhaltung mit Stallvarianten, Einzel- und Gruppenhaltung sowie Schutz, Hygiene und Bedürfnissen für gesunde Entwicklung.
Kuhsignal – Kälberauslauf unter Dach
Moderne Kälberställe mit überdachtem Auslauf und Tränkeautomat fördern durch Platz, Hygiene und Rein-Raus-Verfahren eine gesunde Entwicklung der Kälber.
