Milchfieber-Prophylaxe eingeben

Bildbeschreibung und Interpretation  

Ein Landwirt hält den Kopf einer Kuh im sogenannten «Untergriff»: Er greift dazu mit dem linken Arm über den Nasenrücken der Kuh und drückt mit der Hand im Maul gegen die Oberkieferplatte. Dadurch öffnet die Kuh die Maulspalte. In seiner linken Hand hält er eine weisse Plastikflasche. In solchen Flaschen werden zum Beispiel kalzium-angereicherte Gels, die zur Milchfieberprophylaxe eingesetzt werden, verkauft. Augenscheinlich möchte der Landwirt seiner Kuh den Inhalt der Flasche ins Maul eingeben. 

Ursachen 

Verschiedene Risikofaktoren können dazu führen, dass Kühe nach dem Kalben an einem akuten Kalziummangel (Hypocalcämie, Milchfieber) erkranken. Dann schafft es ihr Körper nicht seine Regulationsmechanismen des Kalzium-Haushalts schnell genug an den rasant steigenden Bedarf nach Einsetzen der Milchproduktion anzupassen. Mit Produkten, die Kalzium – aber auch Phosphor – enthalten, kann einem akuten Mangel entgegengewirkt werden. 

Ziel  

Milchfieber verhindern – schon ein schleichender (subklinischer) Verlauf kann gravierende negative Folgen auf die weitere Tiergesundheit haben (Nachgeburtsverhalten, Stoffwechselprobleme, Eutererkrankungen usw.). 

Massnahme  

Die Eingabe von kalzium- und phosphorhaltigen Lösungen oder Boli kann die grösste Versorgungslücke beim Einsetzen der Milchproduktion überbrücken. Da der erste Milcheinschuss bereits vor der Geburt stattfindet, wird empfohlen, auch mit der Eingabe der Kalziumpräparate schon ca. einen Tag vorher zu beginnen. Die zweite Gabe sollte gleich nach der Geburt und eine dritte ca. einen Tag später erfolgen.   Achtung: Bereits wegen Milchfieber festliegende Kühe dürfen nicht mit Kalziumpräparaten über das Maul versorgt werden! Es besteht hier Lebensgefahr, da der Schluckreflex verlangsamt sein kann.  

Beratungsartikel 

Im Beratungsartikel aus dem Toro 07/2023 werden die Risikofaktoren für Milchfieber besprochen, die den Einsatz von kalziumhaltigen Präparaten besonders sinnvoll machen: